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Medaillenregen für den VfK bei der DM Classic

20.10.2017

Vergangene Woche fand vom 12. -15. Oktober die deutsche Meisterschaft im Kraftdreikampf ohne Equipment statt.

 

Wjatscheslaw Beilmann, Sebastian Preine, Nicolas Wilke und Melanie Wirtz traten für den VfK Hannover die Reise nach Chemnitz an und konnten mit tatkräftiger Unterstützung und Betreuung von Julian Haupt und Olga Miljukov zwei Gold- und zwei Silbermedaillen, sowie zwei deutsche Rekorde erringen.


Mit über 300 Startern an vier Tagen waren es lange Tage bis spät in die Nacht in der Halle, die aber alle als Team gut überstehen konnten.

Den Anfang machte Wjatscheslaw Beilmann in der AK I (40-49 Jahre) und holte überzeugend mit 142,5kg in der Kniebeuge, 80kg im Bankdrücken und 145kg im Kreuzheben die Goldmedaille bis 66kg. Der Lüneburger ist erst seit wenigen Monaten an der Hantel, ein toller Erfolg also für die erste Saison im KDK.

 

Freitag früh sollten sich dann die leichten Junioren unter Beweis stellen. Für uns bedeutete das einen Doppelstart von Sebastian und Nicolas in den Klassen bis 74kg und bis 83kg in den jeweils abwechselnden Gruppen.

Dass sich beide Athleten mit körperlichen Problemen durch die Vorbereitung gekämpft hatten, machte die mentale und physiotherapeutische Betreuung durch Julian Haupt umso wertvoller.

 

Sebastian konnte mit einem deutschen Rekord in der Kniebeuge von 210kg, einer persönlichen Bestleistung im Bankdrücken von 122,5kg und kämpferischen 240kg im Kreuzheben in allen Disziplinen deutlich die Höchstlast der Klasse bis 74kg stemmen und damit auch überlegen den ersten Platz erreichen. Die 572,5kg im Total bedeuteten gleichzeitig auch die zweite Kadernorm für den bisherigen Vertreter der 66kg-Klasse auf internationaler Bühne. Nun sollen die hartnäckigen Verletzungen endlich überwunden werden, um im nächsten Jahr auf der Weltmeisterschaft in Kanada auch wieder Bestleistungen in Kniebeuge und Kreuzheben zu ermöglichen.

Wenige Tage vorher noch ein paar Kilo zu schwer, konnte Nicolas trotz Abkochen seine starke Trainingsform in der Klasse bis 83kg bestätigen und sich mit Bestleistungen im Kniebeugen und Bankdrücken von jeweils 220kg und 120kg eine gute Ausgangslage für seine Paradedisziplin, das Kreuzheben, schaffen. Mit sehr starken 260kg im Zweitversuch und damit glatten 600kg im Total wurde die Silbermedaille abgesichert, sodass wir im dritten Versuch den Sprung auf 280kg für die Kadernorm von 620kg wagten. Leider sollte die Last an diesem Tag noch zu schwer sein. Das ist natürlich Motivation, im nächsten Jahr den Sprung zu schaffen und die Aktivenklasse aufzumischen.

 

Am Samstag hatte dann die einzige Juniorin aus dem Team, Melanie, ihren Auftritt in der Klasse bis 72kg. Melanie konnte im Training schon einen deutlichen Aufwärtstrend zeigen. Nun galt es die Erkrankung in der Vorwoche zu vergessen und das Potential auf der Bühne auszuschöpfen. Sicheren 122,5kg im Erstversuch ließ sie eine Bestleistung von 130kg in der Kniebeuge im Zweitversuch folgen. 135kg waren noch etwas zu schwer an diesem Tag. Zusammen mit einer Bestleistung von 70kg im Bankdrücken ging es nun ins Kreuzheben, auch Melanies Paradedisziplin. Nach 150kg wagten wir direkt den Sprung auf 163,5kg, ein neuer deutscher Rekord, und damit den direkten Angriff auf die führende Marie Hauschild. Diese gelangen mit Luft nach oben, sodass wir im dritten Versuch mit 171kg noch einmal auf Sieg steigerten.
Melanie konnte diese Last mit viel Kampf kurz bis vor die Vollendung ziehen, dann ging ihr leider die Hand auf.
Als 20 Jährige bei der ersten DM eine so routinierte Athletin bis an die Grenzen zu bringen, ist wohl auch dem Bundestrainer im Gedächtnis geblieben. Melanie konnte die Kadernorm mit ihren 363kg im Total um 38kg überbieten, ein toller Erfolg neben den vier Bestleistungen.

 

Alle vier Starter überstanden den Wettkampf ohne Verletzung und können mit ihrer Leistung sehr zufrieden sein. Anschließend half das Team noch als spontane Betreuer und Scheibenstecker bis Sonntag Mittag, die Mammutveranstaltung über die Bühne zu bringen, bevor sie die Heimreise nach Hannover antraten.

 

Bericht: Sebastian Preine