Mareen Schmeelke beste Deutsche Meisterin aller Zeiten, Preine holt 4. Platz

18.04.2019
Zur vergangenen Deutschen Meisterschaft der Aktiven und Senioren konnte der VfK Hannover noch einmal zwei Starter ins Rennen schicken, um sich mit den besten Kraftdreikämpfern des Landes zu messen.
Die Veranstaltung wurde in diesem Jahr vom TSV Heiligenrode im hessischen Niestetal ausgerichtet und hob die Qualität von Wettkämpfen im BVDK auf einen neuen Standard. Mit 6 perfekt ausgestatteten Aufwärmbohlen, einer großen Lichtanlage auf der Wettkampfbohle, dem in Kennerkreisen für seine Geschwindigkeit und einwandfreien Leistungen bekannten Spotter-Team aus Tschechien und Top-Moderation hatte sich der Veranstalter mächtig ins Zeug gelegt und wurde dafür mit außerordentlich vielen Zuschauern zur Prime-Time am Samstag Abend belohnt.

Am Freitag Nachmittag startete Sebastian Preine in der Klasse bis 74kg. Schon im Vorfeld war klar, dass das Niveau dieser Klasse in diesem Jahr deutlich höher sein würde und mehrere deutsche Rekorde ins Visier genommen werden würden. Nach einem verkorksten Start, bei dem völlig unerwartet nur der Anfangsversuch mit 205kg in der Kniebeuge gelang, war der Titelkampf für Sebastian schon nach der ersten Disziplin in weite Ferne gerückt. Der geplante Versuch auf den deutschen Rekord von 220kg blieb deshalb aus, sodass dieser Rekord als einziger verschont blieb.
Es galt nun, nicht den Kopf hängen zu lassen und noch das Beste aus der Situation zu machen. Mit soliden 135kg im Bankdrücken und 250kg im Kreuzheben jeweils aus den Zweitversuchen standen zu diesem Zeitpunkt 590kg Total in der Wertung.
Da die zwei Spitzenathleten der Gruppe nicht mehr realistisch gefährdet werden konnten, fiel die Entscheidung im letzten Versuch des Wettkampfs noch einmal auf eine Steigerung des kurz zuvor aufgestellten deutschen Rekords im Kreuzheben mit 269kg. Doch so wie der Wettkampf begann, so endete der Freitag auch für Sebastian und die Rekordlast blieb liegen. Ein enttäuschender vierter Platz stand am Ende zu Buche für den viermaligen deutschen Meister aus Hannover.
Die Klasse gewann Joshua Wright von Greifenpower überragend mit deutschen Rekorden im Bankdrücken, Kreuzheben und Dreikampf, gefolgt von Vincent Curth (Schwerathletik Erfurt) und Saadi Zierl (Aachener Kraftsport).

Gleich am nächsten Morgen startete Mareen Schmeelke in der Klasse bis 52 kg der aktiven Frauen. Mareen brachte beim Wiegen um 06:30 Uhr morgens federleichte 51,1 kg auf die Waage. Die erste Hürde auf dem Weg zum Relativsieg war genommen und Mareen zeigte, dass sie an diesem Tag absolut nicht zu schlagen war.
Mit 138 kg in der Kniebeuge, 78 kg im Bankdrücken und 157,5 kg im Kreuzheben konnte sie in allen drei Disziplinen einen Deutschen Rekord aufstellen, was eine deutliche Erhöhung ihres eigenen Dreikampfrekordes von 361,5 kg auf 373,5 kg mit sich führte. Diese Leistung ist in der Kategorie internationale Spitzenleistung einzuordnen und hätte sogar auf der Europameisterschaft drei Monate zuvor für die Bronzemedaille gereicht.
Vizemeisterin in der mit acht Starterinnen besetzten Gewichtsklasse wurde Annika Mantel von Kraftsport Colonia, auf den dritten Platz kam Isabel Wagner von Greifenpower.

Auch in der Gesamtwertung dominierte Mareen. Die 472 Wilkspunkte bedeuteten eine für alle weiteren Klassen nicht mehr einzuholende Führung in dieser Wertung. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Tamara Thomsen vom FSV Sarstedt mit 451 Punkten und Lea Schreiner vom AC Goliath 20 e.V. Mengede mit 442 Punkten. Mareens 472 Punkte stellen auch die höchste Punktzahl dar, die jemals eine Frau in Deutschland erzielt hat.
 

Foto: Mareen DM KDK 2019