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LM BVDK KDK am 01.06.2019 in Ankum

05.06.2019

Am vergangenen Wochenende fand die Landesmeisterschaft im Kraftdreikampf in Ankum statt. Der VfK war dieses Mal mit 10 Startern vertreten und konnte einige neue Gesichter auf der Wettkampfbühne begrüßen. Für über die Hälfte unserer Athleten war es der erste Kraftdreikampf im BVDK und für drei Sportler der erste Wettkampf überhaupt. Durch ein starkes Betreuerteam konnte aber für alle ein außerordentlich guter Einstieg in den Sport erreicht werden und auch die erfahreneren Sportler gaben sich keine Blöße.

Der Wettkampf begann früh morgens mit der ersten Waage um 8 Uhr, die ersten Kniebeugen fanden um 10 Uhr statt und dank einer Teilnehmerzahl von knapp 70 Startern endete das letzte Kreuzheben erst nach Mitternacht. Eine wahre Mammutveranstaltung, die der SV Quitt Ankum super ausgerichtet und nach kurzer Einspielzeit auch einwandfrei über die Bühne gebracht hat.

Besonders hervorzuheben ist das große Engagement der jüngeren Generation. Von Kampfgericht über Scheibenstecker bis hin zum Ansager und der Regelung der Musik wurde ein Großteil der Aufgaben von Sportlern übernommen, die noch am selben Tag ihren Wettkampf bestritten, sodass man hier von einer tatsächlichen Wachablösung sprechen kann. Kraftdreikampf wird nicht mehr von wenigen, längst bekannten Gesichtern getragen, sondern findet in allen Bereichen nun die richtige Unterstützung aus allen Altersklassen.

Für den VfK begann der Wettkampf auch direkt mit den ersten beiden Startergruppen, in denen Daniil Pysmenny in der Klasse bis 93kg der Jugend und René Hüsing in der Klasse -83kg der Junioren ihren ersten vollen Kraftdreikampf im BVDK absolvierten. Die Voraussetzungen hätten unterschiedlicher nicht sein können. Während der noch angeschlagene Daniil sich erst kurzfristig für einen Spaßwettkampf entschied, hatte René das letzte halbe Jahr sehr hart trainiert, um sich unter Beweis zu stellen. Letztendlich waren beide Herangehensweisen erfolgreich. Daniil konnte sich über locker leichte 135kg in der Kniebeuge, einen neuen Landesrekord im Bankdrücken mit 121kg und einem Abschluss im Kreuzheben mit 200kg nicht beklagen und brachte alle 9 Versuche gültig in die Wertung. Da Daniil alleine in seiner Klasse war, bedeutete das natürlich auch den Landesmeistertitel. René legte direkt stark mit einer gültigen Serie von 180kg, 190kg und kämpferischen 200kg in der Kniebeuge los, erarbeitete sich auch 3 gültige Versuche im Bankdrücken mit einer Punktlandung bei 117,5kg und rundete seinen Wettkampf auch mit 3 gültigen Versuchen im Kreuzheben und einer neuen Bestleistung von 205kg ab. Damit konnte René seine Dreikampfleistung gegenüber dem Insanitymeet 2018 vor einem halben Jahr mal eben um sagenhafte 37,5kg steigern und mit großem Abstand ebenfalls Landesmeister werden. Ein schöner Nebenerfolg ist, dass beide Sportler die für sie angesetzte Norm zur deutschen Meisterschaft 2020 deutlich übertreffen konnten und Rene dabei sogar die Aktiven-Norm von 522,5 kg erreichen konnte.

Zum Verschnaufen blieb auch den Betreuern keine Zeit. Jetzt wurde von Coach zu Athlet und von Zuschauer zu Coach gewechselt und der Großteil der VfKler ging an den Start. Mit Angelina Kluczniok (Jugend -52kg), Jacqueline Philipp (Juniorin -63kg) und Melanie Wirtz (Juniorin -84kg) und in der Wechselgruppe Marco Wypior, Christian Karnapp, Pascal Scheffler (alle Junioren -105kg) und schließlich Sebastian Preine (Aktiver -74kg) gingen 7 Sportler an den Starten. Jetzt waren alle Mann an Deck gefragt. Routiniert konnten Andreas Klatt, Christoph Splisteser und Hans Seibel aber allen unter die Arme greifen und auch Vater und Freund der Athletinnen blieben nicht untätig, damit der Wettkampf für alle ein Erfolg werden konnte. Fangen wir vorne an: Angelina startete nach der vergangenen deutschen Meisterschaft im März genau so wie Melanie locker aus dem Training heraus und konnte sich über gültige Versuche von 95kg in der Kniebeuge, starken 60kg im Bankdrücken und ebenso 95kg im Kreuzheben und damit auch den Landesmeistertitel ihrer Klasse freuen. Für Jacqueline war der Wettkampf nach der Ostdeutschen Meisterschaft des UPC Wettkampf Nr. 2 in kurzer Zeit. Leider schränkte sie eine Knieproblematik etwas in der Kniebeuge ein, sodass die hier bewegten 60kg zwar keine Steigerung darstellten, aber zusammen mit neuen Bestleistungen von 40kg im Bankdrücken und 105kg im Kreuzheben auch zu einer neuen Bestleistung im Dreikampf von 205kg ausreichten. Wie zu erwarten dominierte Melanie die Juniorinnen als knapp schwerste, aber mit Abstand stärkste Athletin vor Ort. Aus sehr leichten 140kg in der Kniebeuge, 80kg im Bankdrücken und lautstark angefeuerten 180kg im Kreuzheben setzten sich runde 400kg zusammen und ergaben auch den Gesamtsieg der Frauen.

Auch für die Junioren und Männer in der Wechselgruppe gab es die nun bekannten 2 Varianten dieser Landesmeisterschaft: lockerer Trainingswettkampf oder aufs Ganze gehen. Als Vertreter von Variante 1 blieb Sebastian krankheitsbedingt nach nur 3 Wochen Training nichts anderes übrig als vorsichtig einzusteigen und ins Blaue zu raten, was denn an diesem Tage realistisch zu bewegen war. Aus vorsichtigen 160kg im Erstversuch wurden überraschend gute 195kg im Drittversuch in der Kniebeuge, hinzu kamen 125kg im Bankdrücken und eine unorthodoxe Serie von 200kg auf gültige 230kg und schließlich doch zu schwere 260kg im Kreuzheben. Die 550kg im Dreikampf reichten aber recht deutlich für den Landesmeistertitel, sodass dem „Hail Mary“- Versuch im Kreuzheben keine Träne nachgeweint wird. Variante 2, nämlich der jeweils erste Wettkampf und volle Ernsthaftigkeit, stand für alle drei übrigen Junioren bis 105kg an. Pascal konnte einen tollen Einstieg mit 9 gültigen Versuchen und Luft nach oben in jeder Disziplin feiern. Er brachte 190kg in der Kniebeuge, 135kg im Bankdrücken und 220kg im Kreuzheben in die Wertung und erreichte damit ein Total von 545kg und Platz 5 der Gewichtsklasse. Aus dem Training heraus zeichnete sich schon ab, dass es zu einem Zweikampf der zwei Trainingspartner Marco und Christian um den Titel dieser Klasse kommen würde. Marco erwischte den besseren Start und konnte seinen Drittversuch in der Kniebeuge mit 225kg in die Wertung bringen, während Christians Versuch mit 222,5kg leider nicht erfolgreich war und ihm somit nur 212,5kg aus dem Zweitversuch blieben. Beide konnten ideal ihre Bankdrückversuche auswählen und sich über persönliche Bestleistungen und 3 gültige Versuche freuen. Während Marco 157,5kg bewältigte, konnte Christian mit 162,5kg etwas Boden gut machen und so wurde es zum Kreuzheben noch einmal spannend. Hier kostete ein technischer Fehler Christian leider den Zweitversuch, sodass eine größere Steigerung nicht mehr realistisch war, um Marco noch einzuholen, der kein Anzeichen von Schwäche zeigte und alle Versuche in die Wertung brachte. Somit endete das Kreuzheben für Christian mit 250kg und für Marco mit 262,5kg. Ein falscher Eindruck soll hier aber nicht entstehen: beide Dreikampfleistungen von 625kg und 645kg sind nicht nur sehr starke Leistungen für den Einstieg in diesen Sport, sondern stellen auch die Tageshöchstlasten aller Junioren und aller VfK Starter dar, sowie Platz 1 und 2 in der Relativwertung der Junioren.

Nach mittlerweile über 11 Stunden Wettkampfgeschehen durfte endlich auch unser letzter Athlet seinen Wettkampf bestreiten. Mario Harrer startete in der AK 1 bis 93kg, Sebastian wechselte nochmal von Athlet auf Hauptkampfrichter und die übrigen VfKler feuerten den Veteranen an. Für sein starkes Bankdrücken bekannt, zeigte Mario, dass er technisch einwandfrei auch einen vollen Kraftdreikampf bis nach Mitternacht absolvieren kann, eine echte Nervenleistung nach einem so ereignisreichen Tag. Zu soliden 150kg in der Kniebeuge kamen 147,5kg im Bankdrücken hinzu. Der angepeilte Drittversuch von 152,5kg war unter diesen Bedingungen leider etwas zu schwer. Nichts desto trotz gab es zum Abschluss noch einmal 170kg im Kreuzheben und damit einen starken zweiten Platz mit 467,5kg im Total.

Um noch einmal letzte Worte zu verlieren, möchte ich mich bei dem SV Quitt Ankum für eine tolle Veranstaltung und bei allen Athleten und Zuschauern für einen Wettkampf bedanken, dem an Stimmung und Spaß nichts gefehlt hat. So kann es im Kraftdreikampf für Niedersachsen weitergehen, damit unser Sport weiter wächst und Anklang findet.

Sebastian Preine, Kraftdreikampfwart VfK Hannover

 

Foto: LM BVDK KDK 2019/Jana Keuchel